Glücksspielsucht in Zahlen

Glückspielsucht ist die häufigste Verhaltenssucht im deutschsprachigen Raum. Der Begriff Sucht wird vom deutschen "siech" abgeleitet und benennt sowohl Erkrankungen des Körpers als auch Erkrankungen der Seele. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Menschen mit problematischem Spielverhalten und glückspielsüchtigen Menschen.

Eine aktuelle Studie zur Prävalenz von Glücksspielsucht in Österreich von Kalke et al. (2011) gelangt zu dem Ergebnis, dass 0,7 Prozent der österreichischen Bevölkerung pathologisches Spielverhalten aufweisen, lediglich 0,4 Prozent seien problematische Spieler. Dies bedeutet, dass zwischen 26.871 und 50.166 Österreicher süchtig nach Glücksspielen sind und zwischen 15.683 und 34.507 Österreicher bereits erste Anzeichen einer Sucht zeigen. Ausgewiesene Suchtexperten haben jedoch heftige Kritik an dieser Studie geübt.

Das Institut Glücksspiel & Abhängigkeit erachtet Schätzungen als realistisch, die davon ausgehen, dass etwa zwei bis vier Prozent der spielenden Bevölkerung problematisches Glückspielverhalten aufweisen, in Österreich also zwischen 68.000 und 136.000 Menschen und in Deutschland etwa zwischen eineinhalb und zwei Millionen. Es gibt jedoch auch Studien, die fünf bis neun Prozent als realistisch annehmen.

Der Anteil der Glückspielsüchtigen beträgt etwa ein Prozent der Bevölkerung. In der Fachliteratur werden glückspielsüchtige Menschen als pathologische Spieler bezeichnet.

Der Anteil von Menschen, die in ihrem Leben in irgendeiner Form in Kontakt mit Glücksspiel gekommen sind, beträgt in etwa 60 - 80% der erwachsenen Gesamtbevölkerung.

Wen kann es treffen?

Von Spielsucht können sowohl Frauen, als auch Männer aller Altersstufen betroffen sein und natürlich können auch bereits Jugendliche ein Spielproblem entwickeln. Etwa 70% der Glückspielsüchtigen sind Männer und 30% Frauen - beim Automatenspiel beträgt der Anteil der Frauen allerdings 50%. Frauen spielen eher am Automaten oder in der Spielbank, Männer spielen oftmals mehrere Glücksspielangebote relativ Zeitgleich.

Glückspiel bei Jugendlichen

Glücksspiele auch gerade auf Jugendliche einen starken Reiz aus. Besonders gefährdet sind nach Meyer/Hayer, 2005 männliche Jugendliche aus sozialen Randschichten mit Persönlichkeitsmerkmalen wie Impulsivität oder Extraversion, psychischen Auffälligkeiten, niedrigem Selbstwertgefühl oder einer depressiven Symptomatik. Weiters besteht ein Zusammenhang zu anderen Problemfeldern wie Drogenkonsum und Delinquenz. Jugendliche Spieler spielen vor allem im Gruppenerlebnis, um Gefühle wie Spannung, Gemeinschaft, Druck, Überforderung und negative Alltagserfahrungen gemeinsam erleben und kompensieren zu können. Zudem sind Jugendliche sehr anfällig dafür, "schnelles Geld" zu verdienen, um den erhöhten Druck einer drohenden beruflichen Perspektivlosigkeit abzubauen. Gesicherte Zahlen für das Ausmaß des Glückspielkonsums unter Jugendlichen liegen in Österreich derzeit noch nicht vor. Zahlen aus dem angelsächsischen Raum belegen jedoch, dass Problemspieler häufiger im Jugend- als im Erwachsenenalter zu finden sind


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